Wo ist mein Gewinn geblieben? - Liquiditätsfalle Anschaffung

Das fragen sich mitunter viele Unternehmer. In der Bilanz stehen Gewinne, die der Unternehmer versteuern muss. Auf dem Bankkonto ist aber deutlich weniger Guthabenszuwachs zu sehen. Wo ist also der Gewinn geblieben?

Einer der Gründe dafür: Investitionen. Anschaffungen im Unternehmen kosten Geld. Dass aber bei Barzahlung im Anschaffungsjahr oft deutlich mehr Liquidität benötigt wird als nur der Kaufpreis der neuen Maschine, des neuen Fahrzeugs etc., ist kaum einem Unternehmer bewusst.
Ursache dafür ist die Abschreibung der Anschaffungskosten auf mehrere Jahre. Im Anschaffungsjahr ist nur ein Bruchteil des Kaufpreises auch steuerlich eine Betriebsausgabe – die Höhe der Abschreibung im Anschaffungsjahr kann im Extremfall auch einmal nur 1% des Kaufpreises sein. Während also bei Barzahlung der gesamte Anschaffungspreis vom Konto abgeht, wirken oft nur 5, 10 oder 20% davon buchhalterisch gewinnmindernd. So weist das Unternehmen einen Gewinn aus, der sich im Kontostand nicht
widerspiegelt. Der restliche Kaufpreis wirkt sich erst in den Folgejahren über die Abschreibung steuermindernd aus.
Durch die erhöhte Steuerbelastung bei geringerem Kapitalzufluss kann sich das leicht als Liquiditätsfalle entpuppen. Deshalb sollte die erhöhte Steuerlast für die Liquiditätsplanung mit berücksichtigt werden. Ggf. ist für die Liquiditätssicherung mehr Umsatz nötig oder die Investition sollte geringer ausfallen oder vielleicht doch besser fremdfinanziert werden. Mehr über diese und andere Liquiditätsfallen sowie Strategien, wie man diese Fallen umgehen kann, erfahren Sie in dem Seminar „Rund um das Thema Liquidität“.